Meisterzeichnungen VII

Meisterzeichnungen VII - Nr 01

 

Oscar Bluhm (Dresden-Lockwitz 1867 - 1912 Leipzig) -

Rendez-vous.


Junger Mann beim Flirt mit einer im Schaukelstuhl sitzenden Frau. Illustrationsvorlage. Gouache 1904.


Young man flirting with a woman, seated on a rocking chair. Illustration draft. Gouache 1904.

Signiert, datiert und ortsbezeichnet "Meissen". Verso mit dem Stempel der "Meggendorfer Blätter" (mit Nr. 7871 und Künstlernamen) und weiterer Nummer "745". Auf kräftigem chamoisfarbenem Vélin. 41,8 x 31,8 cm. Ränder mit winzigen Bereibungen und verso mit Kleberesten.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Die "Meggendorfer Blätter" erschienen in insgesamt 57 Ausgaben zwischen 1888 und 1944 als humoristische Zeitschrift mit gehobener künstlerischer Ausstattung: Illustrationen zu Witzen, kurze Erzählungen und Gedichte, daneben Karikaturen und vor allem Bildergeschichten. Zwischen 1891 und 1912 wurden dort circa 300 Zeichnungen Bluhms veröffentlicht. Seine liebevoll und detailreich ausgeführten Darstellungen meist eleganter Damen fanden großen Anklang beim Publikum. Die zeitgenössischen Kritiker lobten ihn als einen der begabtesten IIlustratoren. Daneben schuf der Künstler, der bei Ferdinand Keller an der Kunstakademie in Karlsruhe studiert hatte, Porträtbildnisse und Landschaftsdarstellungen.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 02

 

Giacinto Calandrucci (1646 - Palermo - 1707)

 

Kniender Mönch mit Kruzifix, dahinter der Heilige Georg.
Kneeling monk with crucifix, behind this Saint George.


Federzeichnung in Dunkelbraun. Studie für ein Altarblatt.


Indian ink in dark brown. Study for an altar.


Vgl. Graf Nrn. 196, 414 und 429 mit Abb. 217, 464 und 490.¹ Auf Bütten mit Wasserzeichen: Fleur-de-Lys mit Buchstaben "DV". 26,1 x 19,6 cm. Auf China aufgezogen. Linker Rand hinterklebt.

Provenienz: Sammlung Dr. K. Löchner, Senden (nicht bei Lugt) sowie mit weiterem nicht identifizierbarem Sammlerstempel (Anker im Oktagon mit Schrift).² Süddeutsche Privatsammlung.


Seine künstlerische Ausbildung erhielt Calandrucci wahrscheinlich in Rom bei Pietro del Po, der seit 1650 Mitglied der römischen Accademia di S. Luca war. Er bildete sich in der Werkstatt von Carlo Maratta weiter, dessen Lieblingsschüler und engster Mitarbeiter er wurde. Vermutlich von diesem vermittelt, wechselte er später zum Kirchenmaler Giuseppe Passeri.

 

Nach 1680 vollendete Calandrucci in Rom den Freskenzyklus "Die Vier Jahreszeiten" im Palazzo Lante, arbeitete in drei Palästen der Familie Muti und anderer Adelshäuser. Hinzu kamen zahlreiche Aufträge für Altarbilder und Kirchenfresken. Auch als Zeichner von mythologischen und religiösen Themen machte er sich einen Namen. Erst wenige Jahre vor seinem Tod kehrte er nach Palermo zurück. Stilistisch bleibt Calandrucci in seinem Oeuvre seinem Lehrer Maratta verpflichtet, besonders in den großformatigen Altargemälden und Dekorationen. Ein großer Teil seines bedeutenden zeichnerischen Werkes befindet sich im Cabinet du Dessins im Louvre sowie in den Beständen des Kunstmuseums Düsseldorf.

¹ Dieter Graf, Die Handzeichnungen von Giacinto Calandrucci, 2 Bände, Düsseldorf, 1986.
² Frits Lugt, Les Marques de Collections de Dessins & d'Estampes, La Haye, 1956, Supplément und online.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 03

 

William Callow (Greenwich 1812 - 1908 Great Missenden/Bucks)


Landschaft mit Mühle bei Versailles.
Landscape with mill close to Versailles.


Aquarell.
Watercolour.

Signiert. Verso alt bezeichnet "Callow". Auf Vélin. 22 x 18 cm. Aufgezogen. Minimal gebräunt.

Provenienz: Französische Privatsammlung.


William Callow war Schüler und Assistent von Theodore und Thales Fielding, den Brüdern des bekannten englischen Malers Copley Fielding. Ab 1829 in Paris ansässig, war er für den Tiermaler Newton Fielding sowie für den Schweizer Künstler Georg Osterwald tätig. Nachdem er das Atelier von Thomas Shotter Boys übernommen hatte, wurde der "Bürgerkönig" Louis Philippe auf ihn aufmerksam.

 

Er unterrichtete die beiden Kinder des Königs sowie weitere Angehörige des französischen Adels. Auf seinen zahlreichen Studienreisen u. a. nach Südfrankreich, Deutschland, Holland und in die Schweiz entstanden interessante und künstlerisch bemerkenswerte Aquarelle. Auf der ehemaligen Montierung des vorliegenden Aquarells befand sich ein Klebeetikett mit der Bezeichnung "Site of the Palace of/Versailles/Painted by William Callow/belonging to John R. Callow".¹

 

¹ John Callow (Greenwich 1822 - 1878 London) war der jüngere Bruder von William Callow und zeitweise dessen Schüler.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 04

 

Otto Dix (Untermhaus bei Gera 1891 - 1969 Singen) 


Jünglingskopf im Profil nach links.
Head of a young man, in the profile to the left.


Bleistiftzeichnung mit weiteren Detailstudien 1934.
Pencil with detail studies 1934.

Vgl. Lorenz, Bd. IV, IE Teil 1, 5.2.12 (dort "Zwei Jünglingsköpfe"; Bleistiftzeichnung von 1934).¹ Monogrammiert und datiert. Verso am Unterrand von fremder Hand bezeichnet. Auf leichtem chamoisfarbenem Vélin. 28,5 x 22,4 cm. Ränder mit wenigen winzigen Beschädigungen, sonst sehr gut erhalten.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Ausdrucksstarke, fast idealisierte Kopfstudie eines jungen Mannes, bei der besonders im Bereich der Wangen und des Halses durch gekonnt gesetzte Bleistiftschraffuren Plastizität hervorgerufen wird. Laut Lorenz handelt es sich bei dem Dargestellten vermutlich um den 1917 geborenen Martin Wenzel Koch, den Sohn von Dix Gattin Martha aus deren erster Ehe mit dem Arzt, Sammler und Kunsthändler Dr. Hans Koch. Dix pflegte zu Martin Koch, genannt Muggeli, und zu dessen Schwester Hana engen Kontakt und porträtierte ihn mehrfach.

 

Bekannt wurde Martin Koch vor allem durch das großformatige "Bilderbuch für Muggeli", das Dix für seinen Stiefsohn 1922 als Ostergeschenk schuf. Bereits 1933 war Dix aus dem Staatsdienst entlassen worden und hatte sich daraufhin in die "Innere Emigration" nach Schloss Randegg bei Singen am Bodensee zurückgezogenm.

 

1934 wurden ca. 260 Werke des Künstlers als "entartete Kunst" aus deutschen Museen entfernt. Interessant bei der vorliegenden Zeichnung ist die ehemalige, nun kaum mehr sichtbare Einfaltung im Bereich der linken unteren Ecke, die sich durch die Stirn und die Nase des angedeuteten Profils zieht. Vermutlich vom Künstler selbst vorgenommen, bewirkt die Faltung, daß nur noch das linke Auge des Profils sichtbar ist und so die beiden weiteren Augenstudien ergänzt.


¹ Ulrike Lorenz, Otto Dix. Das Werkverzeichnis der Zeichnungen und Pastelle herausgegeben von der Otto Dix Stiftung Vaduz, Band IV, Innere Emigration Teil I (1933 - 1944), Weimar 2003.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 05

 

Giovanni Battista Gaulli, gen. Baciccio - zugeschrieben (Genua 1639 - 1709 Rom)


Das Martyrium des Heiligen Laurentius.
The martyrdom of Saint Lawrence.


In Grau lavierte Federzeichnung in Braun.
Indian ink in brown with grey wash.

Vgl. Hudson¹ S. 70-77, Abb. 2.1 Auf Bütten. 21,6 x 16,2 cm.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Gaulli war Schüler von Giulino Borzone in Genua. Ab etwa 1653 hielt er sich in Rom auf, wo er ein enger Freund des berühmten Malers und Bildhauers Gian Lorenzo Bernini wurde. Dieser förderte ihn, indem er ihn bei Papst Alexander VII und dem römischen Adel einführte und ihm so zahlreiche Aufträge vermittelte, besonders für Porträtbildnisse und Altarbilder. Ab 1662 Mitglied der Accademia di San Luca, wurde er 1674 deren Präsident.Von seinen zahlreichen Zeichnungen hat sich nur ein kleiner Teil seiner Entwürfe und Studien erhalten; sie befinden sich zumeist in bedeutenden graphischen Sammlungen.

 

Die Zuschreibung erfolgte am 28.04.2009 durch Dr. Hugh Hudson, Melbourne. Er schreibt sinngemäß zu dem vorliegenden Blatt: 'Nach längerer Betrachtung offenbart die Zeichnung eine Anzahl klarer gaulliesker Züge: Die zentrale Figur des Heiligen schräg zur Bildebene positioniert, mit ausgestreckten Armen aufwärts blickend in Richtung eines Lichtes, das von oben kommt, ist ein wiederkehrendes Merkmal in Gaullis Komposition...Details der Gewänder finden sich in Werken Gaullis wieder....Wenn es eine Zeichnung des 17. Jahrhunderts ist, wie ihr Stil vermuten läßt, würde ich sagen, daß die Zeichnung mit gutem Grund Gaulli zuzuschreiben ist...'.


¹ Hugh Hudson, Giovanni Battista Gaulli. Remaking an Image of a Cardinal saint in Seventeenth-Century Rome in: Master Drawings, Vol. XLVII, 2009, Nr. 1.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 06

 

Luca Giordano (1634 - Neapel - 1705)


Mariae Tempelgang.
The presentation of Mary in the temple.


Rötelzeichnung mit brauner Lavierung aus einem Skizzenbuch vor 1674.
Red chalk with brown wash from a scetch book, before 1674.

Vgl. Ferrari/Scavizzi S. 80, 156 und 201 mit Abb. 128, 305 und 397.¹ Verso mit weiterer, braun lavierter Rötelzeichnung: Allegorie auf den Frieden mit auf einer Wolke thronender Göttin (Entwurf für die Dekoration eines Deckenzwickels). Auf Bütten mit Wasserzeichen: Vogel auf Dreiberg im Kreis (vgl. Piccard-Online Nr.153741 und 153742; beide von 1662). 28 x 19 cm (Blatt: 36 x 24,5 cm). Leicht angestaubt und vereinzelt fleckig. Linker Rand mit Heftspuren.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.


Die vorliegende Zeichnung ist ein Entwurf für ein Altarblatt, dessen Ausführung bisher noch nicht belegt werden konnte. Sie steht in engem Zusammenhang mit dem gleichnamigen Gemälde Giordanos, das zu einem Zyklus mit Szenen aus dem Marienleben gehört.² Die kompositionellen Ähnlichkeiten wie u.a. die Draperien der Gewänder und die Figur der in Rückenansicht gezeigten Frau bestätigen dies, während einige Abweichungen hinreichend die Arbeit eines Kopisten ausschließen. Die Kompositionsstudie wirkt durch die kontrastreiche Lavierung und die Einbeziehung des Papiergrundes stark atmosphärisch, durch die Verteilung von Licht und Schatten gelingt es dem Künstler die Figuren plastisch darzustellen. Für die Zuschreibung vom 01.06.2012 danken wir Herrn Dr. Ewald Jeutter, Marburg.


¹ Oreste Ferrari und Giuseppe Scavizzi, Luca Giordano. Catalogo delle opere, 2 Bände, Neapel 1966.


² Die von Gerhard Piccard (1909-1989) zusammengetragene Wasserzeichenkartei im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Bestand J 340, ist die weltweit größte Sammlung dieser Art. Sie enthält schwerpunktmäßig Wasserzeichen des 14. bis 17. Jahrhunderts. Die von 1961 bis 1997 publizierten Findbücher zu Piccards Kartei erschließen nur einen Teil der Sammlung, die insgesamt rund 92.000 Wasserzeichen umfasst. Piccard-Online veröffentlicht die komplette Wasserzeichenkartei in digitaler Form.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 07

 

George Grosz (1893 - Berlin - 1959)


Auf der Pirsch.
On the stalk.


Tuschfederzeichnung 1919.
Indian ink 1919.

Signiert. Verso betitelt und datiert sowie von fremder Hand (?) bezeichnet "6/5". Auf leichtem Japan. 32,2 x 24,7 cm. Gering wellig und mit wenigen schwachen Knickspuren. Im Bereich der oberen Ecken mit 2 winzigen Nadellöchlein. Ränder mit vereinzelten, geringfügig durchscheinenden Kleberesten.

Provenienz: Deutsche Privatsammlung.

Grosz' bevorzugtes Sujet waren Straßenszenen, Kneipen und Cafés sowie private Interieurs. Ab 1918, als sich die politische Situation durch die Niederlage im I. Weltkrieg und die Gründung der Räterepublik dramatisch verändert hatte, setzte Grosz sich verstärkt mit dem Bürgertum und deren erotischen Phantasien auseinander. "Die Straße und die 4 Wände daheim sind Brutstätten dunkler Geschäfte, nur mühsam verheimlichter Gier, von der Etikette gebremster und offener Mordlust.

 

Die Menschen hasten aneinander vorbei, aber ihre Blicke und die Wendungen ihrer Körper lassen keinen Zweifel daran, daß ihr Planen und Begehren sie allesamt aneinander kettet...".¹ Die vorliegende Zeichnung zeigt in provokanter Manier das vordergründig durch den Blumenstrauß in der Hand verbrämte Begehren des Mannes, während er durch die Kleidungsstücke der Passantinnen hindurch deren nackte Körper zu sehen scheint.

¹ Alexander Dückers in: Tragik Groteske, George Grosz. Ausstellungskatalog Galerie Brockstedt, Hamburg, 2003.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 08

 

Italienischer Künstler


Sechs Männer im Kampf mit einem geflügelten Drachen.
Six men in fight with a winged dragon.


Federzeichnung in Braun und schwarze Kreide in der Art von G. D. Tiepolo aus einem Skizzenbuch.
Indian ink in brown and black chalk in the manner of G. D. Tiepolo from a sketch book.

In brauner Feder paginiert "128". Auf Bütten mit Wasserzeichen "Springendes Pferd". 20,2 x 27,8 cm. Gering stockfleckig und angestaubt. Mit schwacher blauer Farbspur.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Die vorliegende Zeichnung besticht wie auch die folgende Katalognummer durch eine mit zahlreichen Figuren belebte Komposition mit sicheren Konturlinien und akzentuiert gesetzter Lavierung, die die Szenerie des Kampfes zwischen Mensch und Tier gekonnt festhält.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 09

 

Italienischer Künstler

 

Vier Männer im Kampf mit einem geflügelten Drachen.
Four men in fight with a winged dragon.


Federzeichnung in Braun und schwarze Kreide in der Art von G. D. Tiepoloaus einem Skizzenbuch.
Indian ink in brown and black chalk from a sketch book in the manner of G. D. Tiepolo.

In brauner Feder paginiert "123". Auf Bütten mit Wasserzeichen "Springendes Pferd". 20,2 x 27,7 cm. Gering stockfleckig. Mit schwacher roter Farbspur und kleinem Randeinriß.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 10

 

Fernand Leger (Argentar 1881 - 1955 Paris)


Komposition für "Cirque".
Composition for "Cirque".


Gouache um 1950.
Gouache, around 1950.

Verso mit Sammlerbezeichnung. Auf kräftigem Vélin mit perforiertem Oberrand. 34,3 x 25,6 cm (Blatt: 38 x 27,5 cm). Mit wenigen schwachen Farbspuren. Rechter Rand (außerhalb der Darstellung) mit 3 winzigen Nadellöchlein.

Provenienz: Sammlung E. Tériade, Paris.¹

Die vorliegende Gouache steht in Zusammenhang mit der Veröffentlichung "Cirque" von Fernand Léger aus dem Jahr 1950. Sie gilt als eines der schönsten Künstlerbücher der Klassischen Moderne und zählt zu den bedeutendsten graphischen Werken des Künstlers, da sie nahezu die Hälfte seiner Originalgraphiken umfasst. Das vollständige Kompendium enthält 34 Farblithographien und 29 Lithographien in Schwarz. Auch die anderen Elemente wie die Vignetten, der gesamte Text, und die Seitenzahlen sind von Léger selbst gefertigt.² Herausgegeben wurde das Werk innerhalb der Reihe "Edition Verve" durch E. Tériade in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler.

¹ Tériade, auch E. Tériade, eigentlich Stratis Eleftheriadis (Variá/Lesbos 1897 - 1983 Paris), war ein griechisch-französischer Kunstkritiker, Kunstsammler, Redakteur und Verleger. Tériade verlegte zahlreiche Künstlerbücher namhafter Künstler des 20.Jahrhunderts und zählte zu den einflussreichsten Persönlich-keiten im Pariser Kunstbetrieb seit 1930 und vor allem der Nachkriegszeit.


² Vgl. Lawrence Saphire, Fernand Mourlot. The complete graphic Work, New York, 1978, Nrn. 44 - 106.

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 11

 

Carlo Maratta (zugeschrieben Camerano bei Ancona 1625 - 1713 Rom) 


Das Martyrium des Heiligen Blasius mit der Vision der Apotheose des Heiligen Sebastian.
The martyrdom of Saint Blasius with the apotheosis of Saint Sebastian.


Weißgehöhte und in Sepia lavierte Tuschfederzeichnung um 1680.
Indian ink with sepia, partly white heightened, around 1680.

Verso mit alten Sammlerbezeichnungen. 59 x 35 cm. Aufgezogen und mit 2 winzigen Löchlein. Minimal knitterfaltig und schwach berieben.

Provenienz: Sammlungen Dr. Pietro Malenza, Verona mit der handschriftlichen Nummer "179949" und General von Heydeck (vgl. Lugt 2101 und nicht bei Lugt).¹ Süddeutsche Privatsammlung.

Schon in frühester Jugend zeigte Maratta ein ausgeprägtes künstlerisches Talent. Bereits im Alter von 12 Jahren studierte er bei Andrea Sacchi in Rom, der neben Papst Alexander VII sein größter Mentor wurde. Maratta führte Sacchis Tradition des auf Raphael beruhenden akademischen Stils fort und wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts zusammen mit seinem Lehrer als der führende Maler Roms betrachtet. Neben Porträts schuf Maratta bevorzugt Altarbilder, die noch heute in verschiedenen italienischen Kirchen zu sehen sind.

 

Bei der vorliegenden Zeichnung handelt es sich um eine direkte Vorstudie zu dem um 1680 entstandenen Gemälde in der Kirche Santa Maria Assunta di Carignano in Genua. Sie unterscheidet sich davon in nur wenigen kleinen Details. Sie zeigt die für den Künstler typische, starke Konturierung der Figuren. das künstlerische Können Marattas wird ducrh die Weißhöhung un die Schraffierung innerhab de BInnezeichnung deutlich. Ihm gelingts damit eine stark plastische Wirkung.

¹ Frits Lugt, Les Marques de Collections de Dessins & d'Estampes, La Haye, 1956, Supplément und online.


² Die Handzeichnungen von Andrea Sacchi und Carlo Maratta. Ausstellungskatalog des Kunstmuseum Düsseldorf, Band 1, Düsseldorf 1967, Nrn. 321 - 324 mit Tafeln 83 und 84 (dort Figuren- und Detailskizzen zu dem oben genannten Gemälde).

 

 

Meisterzeichnungen VII - Nr 12

 

Joan Miro (Montroig 1893 - 1983 Mallorca) - Ubu Roi.


Tuschpinselzeichnung mit farbigem Wachsstift um 1953.
Indian ink with coulour wax, around 1953.

Signiert. Auf strukturiertem Vélin. 28 x 37,2 cm (Blatt: 32,5 x 50,5 cm). Mit geglätteter Mittelfalte und schwachen Randknickspuren. Mit 2 winzigen braunen Fleckchen sowie Nadellöchlein in den Ecken.

Provenienz: Französische Privatsammlung.

Die vorliegende Zeichnung gehört zu einer Reihe von Zeichnungen, in denen sich Miró mit der Figur des König Ubu beschäftigte. Das Theaterstück "Ubu Roi" war ein Drama des französischen Schriftstellers Alfred Jarry (1873-1907) und wurde 1896 uraufgeführt. Es wurde von Surrealisten und Dadaisten gefeiert und in viele Sprachen übersetzt.

 

Miró war - wie auch Max Ernst, Pablo Picasso und Georges Rouault - von der Figur des gefrässigen und machtgierigen Ubu so fasziniert, daß er drei Illustrationsfolgen schuf: 'Ubu Roi' (1966), 'Ubu aux Baléares' (1971) und 'L'Enfance d'Ubu' (1975). Für die erste dieser Folgen fertigte Miró um 1953/54 Vorstudien und Entwürfe, deren endgültige Version jedoch erst 1966 als farbige Lithographien umgesetzt wurden.¹
Beiliegt: Fotoexpertise mit von Ariane Lelong-Mainaud signierter Echtheitsbestätigung der A.D.O.M. (Association pour la Défense de l'Oeuvre de Joan Miró), Paris, vom 30. Mai 2012.

¹ Fernand Mourlot, Joan Miró, Der Lithograph. Paris 1976, Nrn. 394, 397, 400, 403, 406, 409, 412, 415, 418, 421, 424, 427 und 430.

 

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