Meisterzeichnungen V 

Meisterzeichnungen V - Nr 01

 

Franz Von Bayros (Zagreb 1866 - 1924 Wien) - "Und doch ist der Himmel voller Geigen".

 

Aquarellierte und weißgehöhte Bleistiftzeichnung auf der Vorderseite einer Postkarte, 1907.

Signiert, datiert und betitelt. Verso mit dem Künstleradress-Stempel sowie mit handschriftlichem Text. Auf kräftigem beigefarbenem Vélin. 14 x 9 cm.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Der österreichische Maler, Illustrator und ExLibris-Künstler von Bayros studierte bei Christian Griepenkerl in Wien, bei Heinrich Knirr in München und bei Adolf Hölzel in Dachau. Bekannt wurde er vor allem durch seine Skandale und Prozesse auslösenden Illustrationen zu erotischer und pornographischer Literatur, die ihn 1911 schließlich zwangen, seinen langjährigen Aufenthaltsort München zu verlassen und sich in Wien niederzulassen.

Die Postkarte ist an Otto Rupprecht im "Elisée Palace Hotel" in Paris adressiert und am 11. Dezember 1907 abgestempelt. Es könnte sich bei der Zeichnung um den Entwurf für eine Hochzeitskarte oder um einen persönlich gestalteten Glückwunsch an seinen Freund Rupprecht handeln.

Die vorliegende Zeichnung zeigt einen kleinen Amor mit Schirm und Muff als Symbol für das eheliche Glück sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 02

 

Samuel Birmann (1793 - Basel - 1847) - Schweizer Landschaft.


Aquarell mit Tuschfeder- und Bleistiftzeichnung.
Auf chamoisfarbenem Vélin. 29 x 41,8 cm. Schwach fleckig, mit geringfügigen Knickspuren sowie mit 2 kleinen hinterlegten Randeinrissen.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Der Künstler Samuel Birmann war der Sohn von Peter Birmann und arbeitete ab 1811 mit seinem Vater zusammen in der "Werkstatt für Kunst- und Flachmalerei" in Basel, die sich in der Folgezeit zu einer Kunsthandlung und einem Kunstverlag entwickelte. Seine landschaftlichen Werke waren anfänglich stark durch seinen Vater beeinflusst, zeigten jedoch schon bald sein großes Interesse an topographischer Präzision und panoramaartigen Skizzen.¹

 

Zunächst suchte er seine Motive im Jura und der badischen Nachbarschaft, später lagen seine bevorzugten Motive im Berner Oberland, im Wallis und in Savoyen. Ab 1825 verbrachte er den Sommer zumeist in den Hochalpen, wo er zartfarbige Aquarelle, Zeichnungen und Ölstudien schuf, die er später in Gemälde umsetzte oder als Aquatintaradierungen vervielfältigte.²

Das Oeuvre Birmanns ist dem frühromantischen Realismus verpflichtet und zeugt von einer sensiblen Wiedergabe landschaftlicher Stimmungswerte. Zahlreiche Arbeiten befinden sich heute im Kunstmuseum Basel.

 

¹ Vgl. Peter und Samuel Birmann. Künstler, Sammler, Händler, Stifter. Ausst.-Kat. Kunstmuseum Basel, 1998, S. 23-27 mit Abb. 9-11.

² Vgl. SAUR, Allgemeines Künstler-Lexikon, München/Leipzig, 1995, Band 11, S. 164.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 03

 

Jan De Bisschop, gen. Johannes Episcopius (Umkreis Amsterdam 1628 - 1671) - Den Haag

Die Heilige Sippe unter einem Baum sitzend.


Lavierte Feder- und Pinselzeichnung in Braun mit Einfassungslinie in Bleistift.
Auf chamoisfarbenem Bütten, auf kräftiges Bütten mit abgeschrägten unteren Ecken aufgezogen. 28,3 x 20,3 cm. Gering fleckig, mit wenigen kleinen Randbeschädigungen.

Provenienz: Schweizer Privatsammlung.

Über die künstlerische Ausbildung des vielseitig gebildeten Jan de Bisschop ist wenig bekannt. Auf Grund der stilistischen Verwandtschaft seiner Zeichnungen liegt jedoch eine Lehrzeit bei Bartolomäus Breenbergh nahe. Bisschop zählte zweifellos zu einem der begabtesten und gebildetsten Künstlern, die zu dieser Zeit in den Niederlanden tätig waren.

 

Er trat als großer Kenner der Antike, als Literat sowie Zeichner und Radierer hervor. Durch seine Publikationen leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Verbreitung des neuen Klassizismus, der die holländische Kunst und Kultur des späteren 17. Jahrhunderts in zunehmenden Maße prägte und beeinflußte somit zahlreiche Künstler seiner Generation.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 04

 

Barbara Regina Dietzisch (1706 - Nürnberg - 1783) - Vogel mit schwarzem und gelbem Gefieder auf einem Zweig.

 

Gouache um 1770.
Verso alt bezeichnet. Auf kräftigem Vélin. 28,5 x 20,8 cm. Mit winzigen Knick- und Nadelspuren in den Ecken.

Provenienz: Schweizer Privatsammlung.

Die aus einer bekannten Nürnberger Maler-, Zeichner- und Radiererfamilie stammende Künstlerin spezialisierte sich besonders auf Darstellungen aus der Pflanzen- und Vogelwelt. Ihre in Deckfarben ausgeführten Bildwerke mit Darstellungen von Einzelblumen und Blumengebinden, einzelnen Vögeln und Vogelpaaren vor Landschaften folgen einer von Maria Sibylla Merian in Nürnberg eingeführten Bildtradition, besitzen aber größere haptische und malerische Qualitäten.

 

Die sorgfältig ausgeführten Bilder hingen - oft als Pendants angeordnet - in Kabinetten oder wurden in Folianten gesammelt. Sie waren sowohl in Deutschland als auch im Ausland, vor allem in England und den Niederlanden sehr begehrt. Dietzsch signierte selten, weshalb ihre Bilder vielfach mit Werken anderer Künstler verwechselt werden.¹

¹ Vgl. SAUR, Allgemeines Künstler-Lexikon, München/Leipzig, 2000, Band 27, S. 330.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 05

 

Carlo Donelli, gen. Il Vimercati (?) (1660 - 1715 (?)) -  war tätig in Mailand Stehender Knabe.

 

Stellenweise in weißer Kreide gehöhte Rötelzeichnung mit Detailstudie einer am Boden liegenden Fahne am linken unteren Seitenrand.
Auf kräftigem bräunlichem Bütten. 41 x 25,2 cm. Gering angestaubt und mit kleinen Randläsuren. Verso mit Farbspuren.

Provenienz: Sammlung G. Soulier, Florenz (Lugt 1215 a).

Donelli, genannt Il Vimercati, war Schüler von Ercole Procaccini dem Jüngeren und bildete sich durch das Studium der Werke von Giulio Cesare Procaccini und Daniele Crespi weiter. Seine Karriere verlief hauptsächlich in und um Mailand. Seine Zeichnungen, zumeist in roter Kreide ausgeführt, sind in zahlreichen Sammlungen verteten, deren umfangreichster Komplex in der Bibliotheca Ambrosiana in Mailand.¹ Trotz seines Erfolges zu Lebzeiten haben sich nur wenige Gemälde und Fresken von seiner Hand erhalten.

¹ Galleria dell'Accademia, Venedig (Vgl. U. Ruggeri, Disegni Lombardi, Milan, 1982, Nr. 150-152) und Ambrosiana, Mailand (Vgl. A. Barigozzi and R. Bossaglia, Disegni del settecento lombardo, Vicenza, 1973, Nr. 97-98).

 

Meisterzeichnungen V - Nr 06

 

Johann Jakob Hoch (1750 - Mainz - 1829) - Gemüseverkäuferin.


Aquarell in Brauntönen mit Einfassungslinie in Schwarzbraun und zartgrau aquarellierter Umrahmung 1778.


Signiert und datiert "Johann Jacob Hoch inventor et fecit 1778". Verso nochmals signiert, datiert "19ten August 1778" und bezeichnet. Auf Bütten. 34 x 47,4 cm. Ränder hinterklebt.

Johann Jacob Hoch entstammt einer Mainzer Künstlerfamilie des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts und war sicher deren vielseitigstes Talent. Als Neunzehnjähriger hielt er sich in Düsseldorf auf und schulte sich an den Gemälden der Niederländer in der dortigen Galerie. Aufenthalte in Dresden und Wien folgten.

 

Danach ging er 1783 - 88 nach Paris, wo er schon im Januar 1788 im Salon de la Correspondance aus-stellte und von der Presse lobend erwähnt wurde. Bald stand er dort auch in Beziehung mit dem Portrait-maler Alexandre Roslin, der ihm bei seinem Eintritt in die Akademie behilflich war. Nach seiner Rückkehr aus Frankreich wirkte Hoch bis zu seinem Lebensende in Mainz.

Seine Werke befinden sich u.a. im Louvre in Paris, im Courtauld Institute in London und im Fogg Art Museum der Universität Harvard, Cambridge.¹

Die vorliegende Zeichnung steht in engem Zusammenhang mit dem ursprünglich sich im Gemäldekabinett des Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz in Düsseldorf befindlichen Gemälde "Die Heringsverkäuferin" von Gerard Dou, das vom Kurfürstlichen Hof über Mannheim 1799 nach München gelangte und heute in der Staatsgalerie im Schloss Johannisburg zu Aschaffenburg verwahrt wird.² Hoch hatte dieses Gemälde zwei Mal, 1777 in Feder und wohl kurz danach in Gouache im Auftrag des Mainzer Kurfürsten kopiert.³

 

Die vorliegende, eng verwandte Komposition zeigt eine Gemüseverkäuferin, den Kopf auf ihre linke Hand gestützt, die zu einer links neben ihr stehenden Frau mit einer links neben ihr stehenden Frau mit einem Korb voller Einkäufe empor blickt. Neben einem kahlen Baum im Vordergrund steht nun, anders als im Vorbild Dous, ein kleiner bettelnder Wanderjunge und blickt mit bittender Geste auf die Gemüseverkäuferin. Die weitere Komposition sowie der Hintergrund zeigt mit untergeordneten Abwandlungen und Modifikationen die gleiche Kulisse wie die Kopien nach Dou.

¹ Oel auf Holz, 46,3 x 59,2 cm, datiert 1654, Inventarnr. 552.

² Miriam Hoch-Gimber, Die Mainzer Malerfamilie Hoch. Frankfurt/M. u.a., 2010, S. 119-120, "Selbstportrait des 74-Jährigen im Interieur, ein Portrait seiner jungen Frau malend", 1824, Louvre, ohne Abbildung auf der beigegebenen CD; ein "Profilportrait eines jungen Mannes nach rechts im Oval", schwarze Kreide, 35,5 x 24,5 cm, signiert und datiert 1787, ehemals Sammlung Sir Robert Witt, Courtauld Institute, London (D.1952.RW.788); "Der Zauberer im Märchenwald erweckt eine junge Frau wieder zum Leben, ein Nachtstück", 43,2 x 57,3 cm, unbezeichnet, Harvard University, Fogg Art Museum (1985.68), siehe auch DaCosta Kaufmann, Central European Drawings 1680-1800, 1989, Kat.-Nr. 82, S. 122-3.

³ 35,5 x 50,6 cm. Signiert, datiert und bezeichnet "Gdov" und 30,5 x 43,2 cm. Gänzlich unbezeichnet, beide im Klebeband II, Blätter 13 und 14 in der Hofbibliothek zu Aschaffenburg. Siehe Miriam Hoch-Gimber, l.c., S. 89, 167-8, und Abb. 119-120 auf CD.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 07

 

Friedrich Horner (1800 - Basel - 1864) - Konstantinopel, die Marine von Pera mit der Tophane Moschee (heute Karaköy Quartier).


Stellenweise gouachiertes Aquarell über leichter Bleistiftvorzeichnung.


Signiert. Auf festem chamoisfarbenem Zeichenkarton. 41x 55,8cm.

Johannes Fichter, Werkverzeichnis Friedrich Horner (CD) Nr. 149.

Nach erstem Zeichenunterricht bei Rudolf Huber und Peter Birmann in Basel bildete sich Horner in Paris und München weiter. Ab 1822 hielt er sich in Italien auf, wo er sich zuerst in Neapel und ab 1838 in Rom nieder-ließ. Hier lebte er mit seinem Malerfreund Rudolf Müller zusammen, der ihn vermutlich auf seine Orientreise begleitete. Nach seiner Rückkehr musste Horner 1848 Italien wegen politischer Wirren verlassen und kehrte nach Basel zurück.

 

Der Künstler war bekannt für seine Aquarelle, die beim Sammlerpublikum sehr beliebt waren und zum großen Teil in englischen und russischen Privatbesitz übergingen. Besonders die Leuchtkraft der Farben, die er durch die Mischung der Aquarellfarbe mit Leimsubstanz erzielte, trug zu seinem großen Erfolg bei.

Im Kupferstichkabinett des Kunstmuseums Basel befinden sich 80 Blätter von Horner mit orientalischen Motiven (Balkan, Griechenland und Türkei), zu der eine Legende des Künstlers existiert. Blatt 34 zeigt die gleiche Ansicht wie das oben beschriebene, wenn auch zahlreiche Details - besonders im Vordergrund - verändert sind. Zu diesem Blatt gibt es in Basel auch zwei Vorzeichnungen.

 

Wahrscheinlich hat Horner für beide Aquarelle dieselbe Vorzeichnung benutzt. "Die 80 Blätter in Basel sind alle mit viel grün bzw. einheitlichen Farbtönen aus einem Guß gemalt. Es kann sehr gut sein, dass Ihr Blatt zu den an die Großfürstin (Helena von Rußland) verkauften Blättern gehörte. Ihr Blatt ist etwas größer und m.E. lebendiger und schöner. Bisher ist mir nur eine Ansicht des Hippodroms bekannt, die auch mit der gleichen Farbgebung wie Ihr Blatt gemalt wurde und von der auch ein entsprechendes Blatt in der Basel Serie vorhanden ist." (zitiert aus einem Brief von Johannes Fichter, Weisslingen vom 10.05.06).

 

Meisterzeichnungen V - Nr 08

 

Julius Hübner Der Ältere (Oels-Schlesien 1806 - 1882 Dresden-Loschwitz) - Blumen- und Pflanzenstudien.

 

3 Bll. Bleistiftzeichnungen (davon 1 in Zartgelb aquarelliert) aus einem Skizzenbuch 1852 - 55.
2 Bll. monogrammiert (ligiert).1 Sämtlich datiert (teils mehrfach) und bezeichnet sowie 2 Bll. ortsbezeichnet "Coblenz" bzw. "Dresden". Auf Vélin. Je 11,5 x 19,5 cm.

Provenienz: Sammlung Julius Samuel Held, Bennington Vermont (JSH ligiert; nicht bei Lugt).² Sterling and Francine Clark Institute, Williamstown, MA, mit Inventar -Nr. 207/14. Christie's, Sale 2249: The Scholars Eye: Property from the Julius Held Collection Part II. New York, January 2009, aus Lot 331.

Julius Hübner gehörte neben seinem Schwager Eduard Julius Friedrich Bendemann sowie Karl Friedrich Lessing zu den wichtigsten Vertretern der Düsseldorfer Malerschule. 1821 wurde er in die Akademie der Bildenden Künste in Berlin aufgenommen und kam 1823 zu Friedrich Wilhelm Schadow, mit dem er einige Jahre später an die Kunstakademie nach Düsseldorf ging.

 

Nach Aufenthalten in Berlin und einer Italienreise wurde er 1839 an die Akademie der Bildenden Künste nach Dresden berufen, wo er ab 1842 Professor und Vorstand eines Ateliers für Historienmalerei war und großen Einfluss auf das Dresdner Kunstleben ausübte. 1871 bis 1882 folgte er Julius Schnorr von Carolsfeld im Amt als Direktor der Dresdner Gemäldegalerie nach. Seine besondere Stärke war die Porträtmalerei, außerdem schuf er Werke mit religiösen bzw. historischen Themen sowie Bilder nach literarischen Vorlagen. Darüber hinaus war Hübner als Illustrator tätig.

¹ Vgl. Franz Goldstein, Monogramm Lexikon. Internationales Verzeichnis der Monogramme Bildender Künstler seit 1850. Berlin, 1964, S. 337.

² Julius Samuel Held (Mosbach 1905- 2002 Bennington/Vermont) war ein deutsch-amerikanischer Kunsthistoriker, dessen Spezialgebiet niederländische Künstler - insbesondere Peter Paul Rubens und Rembrandt Harmensz van Rijn - waren. Von 1937 bis 1970 unterrichtete Held hauptsächlich am Barnard College und der Columbia University, aber auch an der New York University, Yale University, University of Pittsburgh und am Williams College. Im Ruhestand erteilte er weiterhin Unterricht als Gastprofessor in Williamstown (Massachusetts), sowohl am Williams College, als auch am Sterling and Francine Clark Art Institute. 1984 schenkte er aus seiner über 1.000 Meisterwerke umfassenden Sammlung 200 Arbeiten der National Gallery of Art in Washington.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 09

 

Jean - Baptiste Huet (1745 - Paris - 1811) - Knabe mit Federhut, an einem Gatter stehend.


Stellenweise in weißer Kreide gehöhte Zeichnung in schwarzer Kreide.


Auf blaugrauem faserigen Bütten mit Wasserzeichen: dreizeiliger Schriftzug. 27 x 19,8 cm. Linker Rand mit schwachen Knickspuren.

Provenienz: Süddeutsche Privatsammlung.

Jean-Baptiste Huet wuchs als Sohn des Kunsthandwerkers Nicolas Huet im Louvre auf und fand so früh Zugang zu Künstlern wie François Boucher und Jean Baptiste Leprince. Mit Pastoralen, Tierdarstellungen und Ornamenten in Zeichnung und Graphik sowie mit seinen bildnerischen Ideen für Teppich- und Stoffwebereien und anderes Kunsthandwerk übte Huet einen großen Einfluß auf den Zeitgeschmack aus.¹

¹ Vgl. Französische Zeichnungen im Städelschen Kunstinstitut 1550 - 1800. Ausst.-Kat. Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut, Frankfurt/M. 1986/87, S. 146ff.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 10

 

Franz Kaisermann (1765 Yverdon-Kanton Waadt - Rom 1833) - Rom: Blick vom Monte Mario auf die Stadt.


Aquarellierte Umrißradierung mit Einfassungslinie in Tuschfeder und mit braun laviertem Rand.


Mit dem Namenszug "Keiserman" (sic!) in der Platte. Auf Bütten mit Wasserzeichen: C & I Honig mit bekröntem Posthornwappen. 30,5 x 43,2 cm. Minimal fleckig, von sehr gutem Gesamteindruck.

Um unter der Anleitung des Aquarellisten und Radierers Louis Ducros zu arbeiten, war Kaisermann 1789 nach Rom gekommen. Die Vedutenmalerei seines Lehrers wurde für seine künstlerische Auffassung maßgebend. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Neapel ließ er sich 1797 in Rom nieder. Um 1800 nahm er für sechs Jahre den erst 19jährigen Künstler Bartolomeo Pinelli in seinen Dienst, damit dieser die Figurenstaffage in seine Bilder zeichne.

 

Gemeinsam unternahmen sie Studienfahrten in die nähere Umgebung und widmeten sich u.a. intensiv der Darstellung von Ruinen und Landschaften, den Wasserfällen von Tivoli und Terni, den Patriziervillen des Albanergebirges in Aquarellmanier und als Umrißradierungen. Mit dem Verkauf seiner Veduten an begeisterte Romreisende war Kaisermann sehr erfolgreich. Sein Nachfolger und Erbe wurde sein Neffe Franz Knebel, der nach seinem Tod den Nachlaß verkaufte.

August Wilhelm von Schlegel zählte ihn 1805 in einem Schreiben an Goethe zu den besten römischen Landschaftsmalern.

Die vorliegende Arbeit ist wie auch die folgende Katalognummer in lichten Gelb- und Blautönen aquarelliert, wie für Louis Ducros und seinen Schüler Kaisermann typisch.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 11

 

Franz Kaisermann (1765 Yverdon-Kanton Waadt - Rom 1833) - Pozzuoli: Küstenlandschaft mit Fischern.

 

Aquarellierte Umrißradierung mit Einfassungslinie in Tuschfeder und mit braun laviertem Rand.


Mit dem Namenszug "Keiserman" (sic!) in der Platte. Auf Bütten mit Wasserzeichen: C & I Honig mit bekröntem Posthornwappen. 31 x 45 cm. Leicht fleckig, von sehr gutem Gesamteindruck.

Um unter der Anleitung des Aquarellisten und Radierers Louis Ducros zu arbeiten, war Kaisermann 1789 nach Rom gekommen. Die Vedutenmalerei seines Lehrers wurde für seine künstlerische Auffassung maßgebend. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Neapel ließ er sich 1797 in Rom nieder. Um 1800 nahm er für sechs Jahre den erst 19jährigen Künstler Bartolomeo Pinelli in seinen Dienst, damit dieser die Figurenstaffage in seine Bilder zeichne.

 

Gemeinsam unternahmen sie Studienfahrten in die nähere Umgebung und widmeten sich u.a. intensiv der Darstellung von Ruinen und Landschaften, den Wasserfällen von Tivoli und Terni, den Patriziervillen des Albanergebirges in Aquarellmanier und als Umrißradierungen. Mit dem Verkauf seiner Veduten an begeisterte Romreisende war Kaisermann sehr erfolgreich. Sein Nachfolger und Erbe wurde sein Neffe Franz Knebel, der nach seinem Tod den Nachlaß verkaufte.

August Wilhelm von Schlegel zählte ihn 1805 in einem Schreiben an Goethe zu den besten römischen Landschaftsmalern.

Die vorliegende Arbeit ist wie auch die vorhergehende Katalognummer in lichten Gelb- und Blautönen aquarelliert, wie für Louis Ducros und seinen Schüler Kaisermann typisch.

 

Meisterzeichnungen V - Nr 12

 

Eugen Johann Georg Klimisch (1839 - Frankfurt/Main - 1896) - Das Liebesgeheimnis.


Aquarell mit Deckweißhöhung.


Signiert. Auf chamoisfarbenem Vélin, auf Karton aufgezogen. 14,5 x 9 cm. Deckweiß stellenweise oxydiert.

Provenienz: Schweizer Privatsammlung.

Klimsch studierte zunächst bei seinem Vater Ferdinand Karl Klimsch, der ihn bereits als Kind in die Technik der Malerei einführte und sein Talent förderte. Er studierte am Städelschen Kunstinstitut bei Jakob Becker und Johann Nepomuk Zwerger. Von 1859 bis 1865 erhielt er Privatunterricht bei Andreas Müller in München, der den Beinamem "Komponier-Müller" trug und großen Einfluss auf seinen Schüler ausübte.

 

Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt Frankfurt wirkte er einige Jahre als Lehrer an der dortigen Kunst-gewerbeschule bevor er 1895 zum Nachfolger von Frank Kirchbach als Leiter der Maler- und Komponier-schule am Städelschen Kunstinstitut berufen wurde. Er übernahm Arbeiten für die Ausschmückung von öffentlichen Gebäuden und Privatvillen, so dekorierte er den Großen Saal des Frankfurter Palmengartens. Seine größten Erfolge aber feierte er mit Buchillustrationen und Genredarstellungen.

Die vorliegende Zeichnung zeigt eine liebevoll ausgeführte, für Klimsch typische Szene, den galanten Stil des Rokoko aufnehmend.

 

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