Ernst Fries

1801 Heidelberg – Karlsruhe 1833

 

Ernst Fries gehört zu den hervorragenden deutschen Künstlern, die vor allem im Bereich der Zeichnung in den 1820er Jahren Außerordentliches geleistet haben. Als Schüler des Universitätszeichenmeisters Friedrich Rottmann (1768 – 1816) in Heidelberg zeigte sich schon früh seine diesbezügliche Begabung. Nicht nur, dass zu seinen Mitschülern bei Friedrich Rottmann auch die später für die Kunstgeschichte zu außerordentlicher Bedeutung gelangten Landschaftsmaler Carl Philipp Fohr (1795 – 1818) und Carl Rottmann (1797 – 1850) gehörten, sondern auch der glückliche Umstand, dass das Elternhaus von Fries sowohl wohlhabend als auch kunstliebend war, trug sicher zur Förderung seiner künstlerischen Begabung bei. Durch Friedrich Rottmann erhielt Fries eine solide Ausbildung insbesondere als Zeichner, zudem bekam er um 1815 Unterricht bei dem Karlsruher Hofmaler Carl Kuntz (1770 – 1830), und 1818 war er für ein paar Monate Schüler an der Münchner Kunstakademie bei dem Landschafts-, Tier- und Porträtmaler Wilhelm von Kobell (1766 – 1853) sowie bei dem Figurenmaler Robert von Langer (1783 – 1846); im Winter 1818/19 nahm er noch Unterricht bei dem Darmstädter Architekten Georg Moller (1784 – 1852). 1819 ist sein künstlerisches Vermögen bereits so weit fortgeschritten, dass er mit dem etwas älteren Maler Johann Heinrich Schilbach (1798 – 1851) aus Darmstadt und dem Sohn von Carl Kuntz, Rudolf Kuntz (1797 -1848) sowie weiteren Kameraden wie Carl Rottmann eine Studienreise entlang des Rheins unternimmt. Auftraggeber dieser Reise war der Heidelberger Verleger Joseph Engelmann, der Vorlagen für ein geplantes Werk mit Kupferstichen von Ansichten des Rheins, der Mosel und des Taunus haben wollte. Von 1820 bis 1823 bereist Fries mehrere Male das Berchtesgadener und Salzburger Land, bevor er von 1823 bis 1827 nach Italien geht. Von dort zurückgekehrt, führen ihn seine Wege nach München, Heidelberg und Karlsruhe, gründet er eine Familie, wird badischer Hofmaler und stirbt im Oktober 1833 an einem Scharlachfieber.

(Erika Rödiger-Diruf)

Ernst Fries (Auszug aus dem Ausstellungskatalog)
Lebenslauf und ausgestellte Werke des Künstlers
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1/I

Schloßruine Auerbach mit dem Südturm, Hofansicht, 1819.

Pinsel in Grau über Bleistift, auf Bütten mit Wasserzeichen: großes bekröntes Lilienwappen. 33,8:27,3 cm. Seitengleiche Vorzeichnung zur Kreidelithographie, die 1819 entstanden ist (vgl. Wechssler 752, Dussler 5 und Winkler 231, 3).

Provenienz: Nachlaß Bernhard Fries; Sammlung Eugen Dreisch, München; Grisebach, Berlin, Auktion 278, 29.11.2017, Nr. 134. Bevor Fries mit seinen Freunden im Juni 1819 zur ersten Rheinreise aufbrach, war er im Frühjahr in der Umgebung Darmstadts und im Odenwald unterwegs. Dies ist durch datierte Landschaftszeichnungen im Skizzenbuch I (Wechssler 741) belegt. Die Schloßruine Auerbach bei Bensheim ist eine der imposantesten und mächtigsten Burgen im südlichen Hessen und steht unter Denkmalschutz.

Verkaufspreis:  16.500,00 €

1

Rheinlandschaft mit Burg Sooneck, 24. Juni 1819.

Pinsel in Grau über Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen: F H F, links unten mit brauner Feder bezeichnet und datiert „Hoheneck am Rhein, Juny 1819.“. 27,3:45,9 cm. – Ausriß im oberen Rand ergänzt.

Die übliche Namensvielfalt der Burgen am Mittelrhein gilt auch hier. Bereits auf der ersten Rheinreise im Herbst 1818 hatte Fries‘ Reisegefährte Rudolf Kuntz (1797-1848) diese Hangburg gezeichnet und mit „Königstein R. Kunz 1818“ beschriftet (vgl. M. Lehmann: An der Clemenskirche und im Morgenbachtal, Konz bei Trier 2010, S. 100). Ein Jahr später heißt der „Königstein“ bei Ernst Fries „Burg Hoheneck“. Gemeint ist die heutige Burg Sooneck. Sie war eine gut erhaltene Burgruine und für Künstler interessant, aber damals unzugänglich im Gelände. So wurde sie relativ selten dargestellt. Ernst Fries begann seine zweite Rheinreise in Rüdesheim. Am 23. Juni 1819 auf dem Weg nach „Aßmannshausen“ zeichnete er den Ort im Rheintal mit der gegenüberliegenden Seite und lavierte seine Zeichnung großflächig mit grauer Tusche (33,5:43,4 cm, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum). Früh am nächsten Morgen setzte er über den Fluß und erkletterte einen Standort im Steilhang, um die Burgruine „Bautzberg“ von Norden gesehen in gleicher Technik festzuhalten (45,5:28,5 cm, ebenfalls in Heidelberg; beide Arbeiten abgebildet bei Wechssler WV 27 und 28. Am selben Tag nachmittags entstand dann die hier vorliegende Arbeit von Burg Sooneck, denn am 26. Juni 1819 war Fries bereits in Oberwesel tätig. Diese drei getuschten Zeichnungen in großem Format sind von herausragender Qualität im Frühwerk.

Verkaufspreis:  16.500,00 €

2

Oberwesel, mit dem Ochsenturm, 1819.

Bleistift, mit einigen Deckweißhöhungen, auf braun-grauem Bütten mit Wasserzeichen: Anker mit Danish Royal Cipher, rechts unten bezeichnet und datiert „Oberwesel den 26ten Juny 1819“. 30:48,3 cm. – Insgesamt etwas fleckig, linker Rand ungleich, in der rechten oberen Ecke leichte Knickfalte sowie mit wenigen Papierergänzungen.

Wechssler trennt Fries‘ zwei Rheinreisen nicht voneinander: die erste fand mit Gefährten im Herbst 1818 statt, die zweite dagegen ohne Gefährten im Juni 1819 bis Bonn (vgl. Lehmann, S. 209-213).

Verkaufspreis:  15.000,00 €

3

Kloster Limburg bei Bad Dürkheim, darunter eine Landschaftsstudie, 1819/23.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin, rechts bezeichnet und datiert „Kloster Limburg den 19ten Aug.“, links oben am Rand bezeichnet „3 Gegenden 2 Paar...“. 43:27,3 cm. – Verso: Blick in ein Flußtal. Bleistift. – Insgesamt leicht fleckig.

Bisher konnte nicht geklärt werden, wann Fries die Haardt und das Nahetal besuchte, um die Vorzeichnungen für einige Kupferstiche zu schaffen, die um 1820 in einem Ansichtenwerk im Verlag von Joseph Engelmann in Heidelberg erschienen sind. Es wäre möglich, daß die vorliegende Zeichnung auf einer eigenen, kurzen Reise von Heidelberg aus im August 1819 entstanden ist. Denn im folgenden Jahr 1820 kehrte Fries Ende Juli aus München nach Heidelberg zurück und wird nicht gleich wieder im August auf Reise gegangen sein. Die Zeichnung könnte so eine Lücke in der zeitlichen Abfolge der Reisen von Ernst Fries schließen. Vgl. Wechssler WV 788-804 (Arbeiten anderer Künstler nach Vorlagen von Ernst Fries); Lehmann, S. 211-213, Abb. 142-147. Zur Klosterruine Limburg vgl. Franz Weiss: Die malerische und romantische Pfalz, Neustadt an der Haardt, 1840, Reprint Olms 1975, S. 86-92 mit Abbildung einer Zeichnung von Theodor Verhas (1811-1872).

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  4.200,00 €

4

Ruine Drachenfels bei Bonn, 1819/23.

Blatt mit mehreren Landschaftsstudien sowie kleine Detailskizze in der Art eines Souvenirblattes: Gutshof in Italien; Rheinlandschaft mit Ruine Drachenfels; Rheinlandschaft mit Blick auf Felsen und den Rheinsteig; Italienische Landschaft, wohl 1819/1823. Bleistift und wenig Feder in Braun, auf cremefarbenem Bütten. 24,7:40 cm. Mit einer Inventarnummer links unten „151“ (nicht aus dem Nachlaßverzeichnis).

Den „Drachenfels“ hat Fries auf seiner zweiten Rheinreise 1819 gezeichnet. Denn bei Wechssler WV 67, Abb. S. 152, handelt es sich um eine mit Feder und Tusche aufbereitete Vorarbeit, datiert mit dem 14. Januar 1821, für die Lithographie WV 766, Abb. S. 367. Mit Bestätigng der Topographie von Herrn Gerhard Wagner, Deutsche Burgenvereinigung e.V., Braubach. An diesem Studienblatt hat Fries zu ganz verschiedenen Zeiten gearbeitet. Die italienischen Motive sind frühestens ab Herbst 1823 entstanden.

Verkaufspreis:  3.800,00 €

5

Rocca di Mezzo, vicino a Civitella mit Blick auf die Monti Ruffi. In der Ferne das Bergdorf Rocca Canterano, um 1819.

Feder in Grau, grau laviert, über leichter Bleistiftskizze, auf cremefarbenem Velin. Darstellungsgröße 15,5:21,4 cm. – Darüber: Zwei Landschaftsskizzen von der Rheinreise, Juni 1819. Bleistift. 23:26 cm. – Verso: Zwei einzelne Bäume. Bleistift, einer bezeichnet „In der Natur viel dichter als da“. Blattgröße 43,5:25,9 cm.

Bei der italienischen Landschaft hat Fries die 1810 datierte Radierung „Rocca di Mezzo, vicino a Civitella“ von Joseph Anton Koch (1768-1839) als Vorlage benutzt, Blatt 6 der 20-Blatt-Folge „Römische Ansichten“. Wechssler erwähnt im WV, S. 19, ein großformatiges Skizzenbuch, das sich in Fries’schem Familienbesitz befand und aufgelöst wurde. Es enthielt Zeichnungen von den Reisen Mai/Juni 1822 nach Heilbronn, Stuttgart, Waldenburg und Hechingen und weiter Anfang August 1822 an den Genfer See und ins Wallis. Nur wenige Zeichnungen daraus sind bekannt. Das oben beschriebene Blatt dürfte aus diesem Skizzenbuch stammen, das auch Gravenkamp kannte und aufführte. Zum Zeichnen nach fremden Vorlagen schreibt Wechssler WV, S. 20: „Die Entwicklung vom Zeichnen nach Vorlagen zu selbständigen Arbeiten vollzieht sich in den Jahren 1818-1823. Es hat den Anschein, dass ihn sowohl Landschaft als auch Bildnis- und Figurenzeichnen gleichermaßen beschäftigen.“ Ein weiteres Beispiel dafür, daß Fries nach einer in Grau und Braun lavierten Federzeichnung von der Hand Kochs gearbeitet hat, belegt eine Lithographie (1820/21) mit der Darstellung der „Via mala“ (WV 784, Abb. S. 20). Selbst lernte Fries die Landschaft um Olevano und Civitella im September 1824 kennen, als er in und um Olevano unterwegs war (vgl. Wechssler WV 189-192.). Dort traf er seine Freunde Adrian Ludwig Richter, Carl Wagner, die Brüder Rist, Carl Wilhelm Götzloff, Ernst Ferdinand Oehme und Carl Gustav Boerner.

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

verkauft

6

“Bey Geislingen, 1819” - “Geislingen, 1819”. Geislingen aus der Ferne, mit dem Ödenturm oberhalb der Stadt.

Pinsel in Grau, über Bleistift, auf grauem Papier, beide links unten bezeichnet und datiert „Bey Geislingen Novemb. 1819.“ bzw. „Geislingen Novemb. 1819“. 40,3:29,9 cm. – Verso: Blick durch die Hauptstraße von Geislingen (oben) und: Altarnische (unten). Bleistift.

Vgl. Wechssler WV 57 (Salzburg, 1820): auch hier zwei Pinselzeichnungen übereinander. Diese Variante der Blattbenutzung ist von Carl Kuntz (1770-1830) 1815 abgeschaut. Zwei Skizzenbücher von 1819 und 1819-1822 (WV 741 und 742) enthalten Landschaftszeichnungen vom Odenwald und der Bergstraße, der Neckartalgegend, von Heidelberg, der Rheinreise und der Schwäbischen Alb. Diese Zeichnungen vom November 1819 sind vermutlich zu der Zeit entstanden, als Fries in Heidelberg auch an seiner berühmten Folge von sechs Ansichten des Heidelberger Schlosses arbeitet. (Vgl. WV Nr. 754-760). Weitere Landschaftszeichnungen mit Motiven aus Baden-Württemberg sind WV 69 (Burg Hohenrechberg bei Schwäbisch Gmünd) und WV 70 (Burg Lichtenstein bzw. wohl Burg Bronnen im Donautal, wie Koopmann im Nachlaßverzeichnis zu Nr. 290 B angibt). Infolgedessen muß der Besuch der Schwäbischen Alb (Wechssler WV 69 und 70 bzw. Lehmann, S. 190) von 1821 auf 1819 umdatiert werden.

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

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7

Almhütte in Brannenburg im Inntal, 1820.

Bleistift und Pinselspuren in Blaugrau, auf Bütten mit Wasserzeichen: Drei Kreise und Wappenschild, links bezeichnet „Almhütte bey Brannenburg“. 17,5:26,5 cm.

Vgl. Wechssler WV 47 und 48; Lehmann, S. 190. „Im Frühsommer (Juni/Juli 1820) reist Fries ein zweites Mal nach München und in Gesellschaft weiter ins Inn- und Lechtal, um dann über Reichenhall und Berchtesgaden nach Salzburg zu kommen.“ (Wechssler, S. 16).

Verkaufspreis:  2.500,00 €

8

Berchtesgadener Land mit Dorfhäusern im Vordergrund, Juni/Juli 1820.

Bleistift, auf Velin. 22,5:36,4 cm. – Größerer Einriß im Bereich des Himmels nahezu unsichtbar restauriert.

Verso mit Nachlaßnummer „321“ im Konvolut 313-324 „12 Blätter Skizzen“ (Lehmann, S. 244); vgl. Wechssler WV 45-61, besonders aber WV 51, die stilistisch mit unserer Zeichnung absolut vergleichbar ist. Diese erste Alpenreise führte Fries über das Alpenvorland und Berchtesgaden nach Salzburg.

Verkaufspreis:  5.500,00 €

9

Studienblatt mit Laubbäumen und Füchsen, um 1820.

Bleistift, auf gelblichem Velin mit Wasserzeichen: Initialen FHF. 44,8:27,4 cm. – Insgesamt etwas fleckig.

Das Papier stammt von einer deutschen Papiermühle und wurde von Fries bis Herbst 1823 verwendet. (Wechssler, S. 389).

 

 

 

verkauft

10

Dorflandschaft, um 1820.

Bleistift, aquarelliert und mit Deckweiß gehöht, auf hellgrauem Velin mit Fragment eines Wasserzeichens. Darstellungsgröße ca. 21:31 cm, Blattgröße 42,2:31 cm. – Verso: Studie eines Mädchenkopfes und Baumstudie. Bleistift.

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

verkauft

11

Burgruine Hohenstein bei Bad Schwalbach im Taunus, 3. Juni 1821.

Bleistift auf chamoisfarbenem Velin. 23,8:32,5 cm. – Durchgehend leicht braunfleckig, zwei Löchlein sorgfältig geschlossen.

Die qualitätvolle Zeichnung entstand zu Beginn der dritten Rheinreise, die Fries mit Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) am 1. Juni 1821 in Frankfurt begann. Im Nachlaßverzeichnis ist Nr. 384.B mit Datum 3. Juni 1821 und „Schwalbach“ ausgewiesen. Burg Hohenstein ist vermutlich zwischen 1190 und 1230 von den Grafen von Katzenelnbogen erbaut worden. Bei Auseinandersetzungen mit den Grafen von Nassau schwer beschädigt, wurde sie 1604 wieder hergestellt. Zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1647 zerstört, blieben von ihr die beiden wuchtigen Schildmauern erhalten, jeweils flankiert von zwei Türmen.

Verkaufspreis:  4.500,00 €

12

Rheinlandschaft bei Koblenz mit Festung Ehrenbreitstein, Juni 1821.

Bleistift, auf cremefarbenem Velin. 21,6:37,1 cm. – Minimal stockfleckig.

Mit Nachlaßnummer verso „364“ im Konvolut Nr. 360-371 „Zwölf Blätter Studien, worunter ein coloriertes“ à 15 Kreuzer taxiert; vgl. Lehmann, S. 245. Entstanden während der 3. Rheinreise mit Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) im Juni 1821. Von ihm waren 10 Zeichnungen vom Rhein im Nachlaß von Fries, vermutlich zur Ergänzung von dessen Vorarbeiten für die gestochenen Rhein-Ansichten. Wechssler (S. 375 f.) hat 18 Kupferstiche nach Fries aufgelistet, die in dem Buch „Malerische Ansichten des Rheins, der Mosel, des Haardt- und Taunusgebirges“ mit 72 Tafeln nach Zeichnungen von Fries, Kunz, Rottmann, Roux und Xeller bei Josef Engelmann in Heidelberg in Teillieferungen ab 1819 bis 1826 erschienen.

Verkaufspreis:  5.500,00 €

13

Lagerndes Paar am Fuß einer Burgruine.

Feder in Braun, braun laviert, über Bleistift, um 1821, auf Bütten mit Fragment eines Wasserzeichens: Traube, verso von neuerer Hand bezeichnet „Ernst Fries 1801-1833“. 17:21,4 cm. - Verso: Sitzende junge Frau, den Kopf auf die gefalteten Hände gestützt, im Profil nach rechts. Bleistift. - Verso am linken Rand Reste einer alten Montage.

Die Landschaft läßt sich thematisch und stilistisch in die Reihe der Rheinlandschaften einordnen (vgl. Wechssler WV 28, Abb. S. 141 und 83, Abb. S. 156). Zu denken ist dabei an die Burg Bauzberg (auch Fautzberg, Voitzberg  oder Vautsburg, später nach dem Wiederaufbau 1825/29 Burg Rheinstein vgl. Kat. Nr.1 ). Zur figürlichen Staffage in der vorliegenden Zeichnung vgl. Wechssler WV 45, Abb. S. 146 und WV 86, Abb. S. 157. Vgl. verso WV 516, Farbtafel 41.

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  5.500,00 €

14

Königssee bei Berchtesgaden, September 1821.

Bleistift, mit Bleistiftlinie umrandet, auf cremefarbenem Velin mit Wasserzeichen: Turkey Mill J Whatman 1817. 28,9:44,6 cm. Riß im Unterrand sorgfältig restauriert.

Vgl. Wechssler WV 90, Abb. S. 158. Die dort aufgeführte Zeichnung ist bezeichnet und datiert „Hintersee den 17ten September 1821“ und ist mit 28,6:43,8 cm in der Größe nahezu identisch. Nachdem Fries bereits im Juni 1820 in und um Berchtesgaden und Salzburg gezeichnet hatte (vgl. WV 54-61), besuchte er im September 1821 in Begleitung von Carl Sandhaas (1801-1859) und Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) erneut diese Gegend. Stationen sind Berchtesgaden, der Hintersee, die Schönau, die Ramsau und der Staffelsee bei Murnau.

verkauft

15

Studie zu einer Zwillingstanne, September 1821.

Feder in Schwarz, über Bleistift, mit teilweise sichtbarer Umfassungslinie in Bleistift am Oberrand, auf chamoisfarbenem Zeichenkarton. 32,3:32 cm.

Vgl. Wechssler WV 680, Abb. S. 344. Die hier aufgeführte Zeichnung „Studie zu drei Tannen“ wird auf 1830/33 datiert. Doch derart sorgfältige Studien mit Bäumen gehören in die Frühzeit. Die Zuordnung zur zweiten Alpenreise im September 1821 bietet sich an.

verkauft

16

Freistehende Laubbäume in der Nähe eines Bauernhauses, 1821.

Feder in Grau, grau laviert, über Bleistift, auf chamoisfarbenem Büttenkarton. 32:39,7 cm. – Mit einem grünen Wasserfarbenfleck in einer Baumkrone.

Bei den Bäumen handelt es sich vermutlich um Bergahorn, der für das Berchtesgadener Land typisch ist. Mit seiner offenen Baumkrone ist er wie die Eiche für die Künstler von bevorzugtem Interesse. Das Wechselspiel von Sonnenlicht und Schatten und freiem Durchblick zum Himmel sind trefflich erfaßt.

verkauft

17

Staffelsee. Blick auf das Wettersteingebirge mit Dreitorspitze, September 1821.

Bleistift, teils hellbraun laviert, mit Bleistiftlinie umrandet, auf bräunlichem Bütten, rechts unten von fremder Hand bezeichnet „Staffel-See“. 28,4:50,1 cm. – Schwache Knickspur am linken Rand.

Die vorliegende Naturstudie wird fortgesetzt mit Wechssler WV 97, Abb. S. 159: Staffelsee. 37,9:47,8 cm. Bleistift mit Tuschlavierung und weiß gehöht; der Bildinhalt ist mit hohen Einzelbäumen ergänzt worden.

verkauft

18

Regensburg mit der Steinernen Brücke und dem Dom - Landschaftsskizzen bei Abbach an der Donau, Ende Oktober 1821.

Bleistift, auf cremefarbenem Velin, unten bezeichnet „bey Abach an Donau“. 21,4:35,6 cm. – Verso: Blick auf Kelheim an der Donau. Bleistift, rechts unten bezeichnet „Donau Kellheim“. – Mit mehreren Braunflecken verso.

Mit Nachlaßnummer verso „346 B“, Lehmann, S. 191, mit 12 Kreuzern taxiert. Entstanden auf der Heimreise von der 2. Alpenreise. Die beiden Türme des Regensburger Domes hier noch vor der Fertigstellung, die 1865 begonnen wurde.

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  5.000,00 €

19

Künstlerfreund am Waldrand, 1822.

Schwarze und weiße Kreide, mit Umfassungslinie, auf braunem Bütten mit Wasserzeichen: St Etienne du Mamis. 28:44,5 cm. – Papier am rechten Rand etwas wellig, links leicht knitterfaltig.

Vgl. Wechssler WV 105-121. Während der Reise an den Genfer See und ins Wallis im August 1822 entstanden. Diese Annahme wird durch die Tatsache gestützt, daß die Zeichnungen WV 104, 106 und 116 ebenfalls mit Bleistift und weißer Kreide, bzw. mit schwarzer und weißer Kreide auf braunes Papier gezeichnet sind. Über diese Reise schreibt Wechssler auf S. 19: „Anfang August unternimmt er eine Studienreise an den Genfer See und ins Wallis. Die Route führt über Lausanne, Vevey, Rhônetal, Rhônegletscher, Grimselpass hinunter nach Meiringen und schließlich nach Füssen. Nur wenige Zeichnungen dieser Reise lassen sich heute noch nachweisen; von einem größeren Teil ist der Verbleib unbekannt, war in Familienbesitz und ist bei Gravenkamp aufgeführt. Diese Blätter stammen aus einem großformatigen Skizzenbuch, das aufgelöst wurde“.

Verkaufspreis:  9.800,00 €

20

Starnberg mit dem Schloß und der Sankt Josefskirche, 29./30. September 1823.

Bleistift, auf gelblichem Velin, links bezeichnet „Starenberg“ (sic!). 25,3:34,6 cm. – Leicht fleckig.

Verso mit anderer Inventarnummer „5“ (nicht aus dem Nachlaßverzeichnis). Entstanden kurz nach dem Aufbruch (23.09.1823) zur Italienreise von 1823-1827 in Begleitung von Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) und den Brüdern Gottfried und Christoph Rist (um 1789-1824 bzw. 1790-1876). „Am 29. September erreichten sie den Starnberger See und setzten über zur Roseninsel, um dort zu übernachten“. (Wechssler, S. 21; vgl. auch WV 743, ein Skizzenbuch, das mehrere Zeichnungen enthält, die während dieses Besuchs entstanden sind).

Verkaufspreis:  4.500,00 €

21

Landschaft am Kochelsee, 30. September 1823.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Bütten mit Wasserzeichen: bekröntes Wappen mit Posthorn und den Initialen „KM“, rechts unten bezeichnet „Kochelsee“. 23,2:39,4 cm. – Einriß und kleine Randläsuren sorgfältig restauriert.

Entstanden kurz nach dem Aufbruch (23.09.1823) zur Italienreise 1823-1827 in Begleitung von Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) und den Brüdern Gottfried und Christoph Rist (um 1789-1824 bzw. 1790-1876). „Am 29. September erreichen sie den Starnberger See und setzen über zur Roseninsel um dort zu übernachten. Der nächste Tag führt über Kochel- und  Walchensee nach Mittenwald.“ (Wechssler, S. 21, Abb. 13).

Verkaufspreis:  5.000,00 €

22

Waldinneres mit Treppe zu einer Ruine, 1823/27.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Bütten mit Wasserzeichen: bekröntes Wappen mit Posthorn und den Initialen „KM“, rechts unten bezeichnet „Licht von der Linken“. 23,2:37,2 cm. – Verso: Detailansicht, Variante der Vorderseite. Bleistift. – Kleine Randläsuren sorgfältig restauriert.

Vermutlich entstanden kurz nach dem Aufbruch (23.09.1823) zur Italienreise 1823-1827 in Begleitung von Johann Heinrich Schilbach (1798-1851) und den Brüdern Gottfried und Christoph Rist (um 1789-1824 bzw. 1790-1876), oder auf der Rückreise 1827. Der Weg nach Italien führte sie über München, Starnberger See, Kochelsee, Walchensee, Mittenwald, über den Brenner nach Sterzing usw.

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  4.500,00 €

23

Etschtal in Tirol, Oktober 1823.

Bleistift, auf cremefarbenemVelin mit Fragment des Wasserzeichens: Van der Ley. 21,6:36,1 cm. – Mit einem bräunlichen Strich im oberen Drittel rechts und wenige Fleckchen, sowie vertikaler Knickfalte.

Mit Nachlaßnummer verso „323“ aus dem Konvolut Nr. 302-336 (Lehmann, S. 244).  Wechssler berichtet auf S. 22: „Von Trient vermerkt Fries, dass es die erste Stadt mit italienischem Charakter sei. Am Mittag geht es zu Fuß im Regen der Etsch entlang nach Rovereto; es ist der 12. Oktober (1823)“.

Verkaufspreis:  5.500,00 €

24

Blick auf Civitella, 1824.

Bleistift, Feder in Braun, mit Deckweiß gehöht, auf chamoisfarbenem Velin. 28,2:43,3 cm. – In den Rändern Papier etwas wellig, Knickfalte links unten, Druckstelle rechts unten.

Obwohl die nachgewiesenen Zeichnungen mit Ansichten von oder bei Civitella im September 1826 entstanden sind (vgl. Wechssler WV 408-418), neigen wir zu der Annahme, daß das vorliegende Blatt bereits im September 1824, anläßlich Fries‘ erstem Besuch in der Serpentara gezeichnet wurde. Dafür spricht die Ausführung mit Bleistift und Deckweiß wie bei Wechssler WV 183, 184 und 186, vgl. aber auch WV 192, Abb. S. 185: Blick von Osten auf Olevano, 1824. Diese Zeichnung ist zudem mit 28,2:43,3 cm von identischer Größe.

Verkaufspreis:  9.800,00 €

25

Stadt in der Toskana, vermutlich September 1824.

Bleistift, mit Deckweiß gehöht, auf gelblichem Velin mit Wasserzeichen: Ligatur aus mehreren Buchstaben. 28,5:38,3 cm. – Horizontale Knickfalte im oberen Drittel der Zeichnung, Ränder mit Knickspuren.

 

 

Verkaufspreis:  5.500,00 €

26

Rom, Blick von den Caracallathermen auf San Giovanni in Laterano, 1824/25.

Bleistift, mit nur teilweise sichtbarer Umfassungslinie, auf gelblichem Transparentpapier. 23,5/23,2:43,8 cm. – Rechte obere Ecke ergänzt, mit mehreren winzigen Löchlein.

Vgl. Wechssler WV 163: „Rom, Blick von den Caracallathermen auf San Giovanni in Laterano“, Abb. S. 177. Die an dieser Stelle aufgeführte sowie die hier vorliegende Zeichnung stehen in Zusammenhang mit den gemeinsam mit Joseph Thürmer (1789-1833) geplanten Radierungen mit Romansichten aus verschiedenen Himmelsrichtungen, von denen aber nur die südöstliche Ansicht verwirklicht wurde (vgl. Wechssler WV 772); Lehmann, S. 193, Nachlaßnummer „504“, „Kaiserpaläste in Rom, 1825“, geschätzt mit 22 Gulden. Obwohl verso die Nachlaßnummer – üblicherweise mit Bleistift geschrieben - fehlt, was mit der Feinheit des Papieres zu erklären ist, handelt es sich wohl um die im Nachlaßverzeichnis genannte  Zeichnung. Die Bezeichnung „Kaiserpaläste“ stammt von Koopmann, der das Inventar erstellte. Wechssler schreibt dazu im WV, S. 27: „Im März (1824) zeichnet er vornehmlich in Rom. Durch Heinrich Hübsch (1795-1863) ist er vermutlich mit Joseph Thürmer aus München bekannt gemacht worden, mit dem er die ‚nordwestliche Übersicht von Rom’ plant, eine großformatige Radierung von zwei Platten, von der je eine Fries und Thürmer radieren sollen. Die Vorzeichnung und Vorlage dazu sind von Fries, die Radierung meint mit dem Titel ‚nordwestliche Übersicht’ den Standpunkt des Kapitolturms, von dem der Blick über die Stadt nach Südosten geht. Die Arbeit an der Platte wird bis in den April gedauert haben. Ende April und im Mai zeichnet er noch am Forum und Palatin. Dann bricht er mit Begas (Karl Begas, 1794-1854) und Heinrich Hess (1798-1863) in die Albaner Berge auf.“

Verkaufspreis:  12.800,00 €

27

Spoleto. Blick auf den Viadukt Ponte delle Torri, 1825.

Bleistift, mit Bleistiftlinie umrandet, auf grau-rosa Bütten mit Wasserzeichen: Initialen PM, rechts oben undeutlich bezeichnet. 31,5:45,2 cm. - Verso: Skizze einer Berglandschaft. Bleistift. - Ränder mit Knickspuren.

Vgl. Wechssler WV 291, Textabb. 27; diese wie unsere Zeichnung sind im Frühjahr1825 auf der Reise nach Florenz – von Rom kommend – entstanden. Wechssler schreibt dazu auf S. 34: „Fries bricht um den 20. März von Rom auf, folgt der Via Flaminia bis nach Terni, besucht am 21. März Papigno und die Wasserfälle des Velino, und kommt über Spoleto (Abb. 27) und Perugia am 13. oder 14. April in Florenz an."

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  13.800,00 €

28

Perugia, mit den Türmen von San Pietro und San Domenico, April 1825.

Bleistift, auf Bütten mit Wasserzeichen: bekrönter Wappenschild mit Adler und den Initialen „GM“, rechts unten von fremder Hand bezeichnet „Viterbo (durchgestrichen) Perugia“. 21,1:30,1 cm. – Leicht fleckig und mit zwei Knickfalten.

Diese Zeichnung ist auf derselben Studienwanderung entstanden, wie das vorhergehende Blatt.

Verkaufspreis:  3.500,00 €

29

Küstenstreifen bei Genua, Juni 1825.

Bleistift, auf cremefarbenem Velin, rechts unten bezeichnet „Nach dem durchbrochenen Felsen, wo ich Genua zuerst sah-“, rechts oben nummeriert „16“. 20,4:27,9 cm. – Verso: Eckiger Turm an einer Hafeneinfahrt an der ligurischen Küste. Bleistift.

Vgl. Wechssler WV 232. – „Die ersten drei Wochen im Juni arbeitet Fries intensiv in der Gegend von Massa und Serravezza, dann ist er eine Woche auf Reisen nach Genua und zurück entlang der ligurischen Küste bis nach La Spezia. Im Juli sind wieder viele Zeichnungen und Aquarelle mit Ansichten der Gegend um Massa zu verzeichnen.“ (Wechssler, S. 35).

 

Rückseite

 

 

 

 

 

 

 

 

Verkaufspreis:  5.500,00 €

30

Vallombrosa. Benediktiner Kloster San Benedetto, 1825.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen: J Whatman, rechts unten bezeichnet „Val-ombrosa“ sowie vom Bruder des Künstlers beschriftet „gesehen mit ausgezeichneter Zufriedenheit, Wilhelm Fries“. 29,6:37,5 cm. – Mit wenigen Flecken.

Vgl. Wechssler WV 422. Mit 28,6:35,9 cm ist die hier aufgeführte Zeichnung nahezu gleich groß wie das vorliegende Blatt. Vallombrosa liegt nahe bei Florenz und ist im Nachlaßverzeichnis (Lehmann, S. 194) mit Zeichnungen vom 2. und 3. Oktober 1825 nachgewiesen. Wilhelm Fries (1819 Heidelberg – Konstanz 1878), Bruder von Ernst, bildete sich in München als Landschaftsmaler aus und war später als Konservator am Wessenberghaus in Konstanz tätig.

Verkaufspreis:  6.500,00 €

31

Bäume am hohen Seeufer, 1822/26.

Pinsel in Grau und Deckweiß (stellenweise oxydiert), über Bleistift, auf bräunlichem Velin. 31:44,5 cm. – Insgesamt nicht ganz frisch, etwas fleckig.

Die Zeichnung ist auf die leere Rückseite einer Lithographie mit dem Bildnis von Ludwig Feuerbach (Philosoph und Anthropologe, 1804-1872), Großvater des Malers Anselm Feuerbach (1829-1880), montiert, die Bernhard Fries im Selbstverlag herausgegeben hat. Das Gemälde gilt als verschollen (vgl. Pérard, S. 79). Pérard erwähnt auch, daß sich einige Exemplare dieser Lithographie im Besitz des Architekten Eugen Dreisch, München, befanden.

Verkaufspreis:  6.500,00 €

32

Landschaft mit fernen Bäumen oberhalb einer Tiefebene, vermutlich 1825/26.

Bleistift, mit Deckweiß laviert, auf grauem Velin mit Wasserzeichen: Buchstabenligatur, mit ausführlichen eigenhändigen Farbangaben rechts. 31,6:45,8 cm. – Insgesamt etwas knitterfaltig.

Die Farbangaben zu lesen als: „Ferne Kornfelder u Luft ... hell gegen den Himmel / Himmel grau Mittelgrund ganz in ... oben / ... grau ..... gelb - .... violett“. Die Studie beschränkt sich auf die Erfassung des Mittelgrundes und war gedacht für eine größere Landschaftsschilderung.

verkauft

33

Brunnen am Weg vor einer römischen Ruine, 1825/26.

Bleistift, auf cremefarbenem Bütten. 19,5:27,4 cm. – Dünne Papierstellen.

 

 

 

Verkaufspreis:  3.800,00 €

34

Faleri, etruskische Grabkammern, 1826.

Bleistift, auf Bütten mit Wasserzeichen: Initialen V M F, links unten bezeichnet und datiert „Faleri den 22tn May 1826“. 28,2:41,9 cm. – Zu den Rändern hin leicht vergilbt, kleine Randbeschädigungen und Einriß im Unterrand sehr sorgfältig restauriert, vertikale Mittelfalte geglättet.

Provenienz: Familie Fries; Kurpfälzisches Museum, Heidelberg; Winterberg Kunst, Heidelberg, Auktion 90, 25.04.2015, Nr. 246. Mit Nachlaßnummer verso „286“, geschätzt auf „1 Florin (Gulden) und 30 Kreuzer“, Lehmann, S. 196. Wechssler WV 310, Abb. S. 222. Hierzu schreibt Wechssler, S. 39/40: „... Ebenso ziehen die Felsengräber der Falsker, die in den Schluchten angelegt sind, die Künstler an. Die Ruinen der römischen Siedlung Faleri im Tal werden besucht und die beeindruckenden Felsformationen in Zeichnung und Aquarell festgehalten. Am 1. Juni verläßt Fries die Stadt und wandert über Castel S. Elia und Nepi zurück nach Rom, wo er am 2. Juni eintrifft. Die Entwicklung des Zeichenstils von Fries hat während der Frühjahrsreise einen Höhepunkt erreicht. Der sichere Strich, gepaart mit den Modulationsmöglichkeiten des weicheren oder härteren Graphits sind von nun an in seinem zeichnerischen Werk bestimmend...“. Fries befand sich auf diesem Teil der Reise in Begleitung von Jean-Baptiste-Camille Corot (1796-1875) und Francois Eduard Bertin (1797-1871), die er in Civita Castellana getroffen hatte.

Verkaufspreis:  14.000,00 €

35

Neapel, Häusergruppe und die Kirche San Francesco di Paola, in der Ferne Capri, 1826.

Bleistift, weiß gehöht, auf Transparentpapier, aufgezogen, verso von späterer Hand bezeichnet „Fries“. 15,3:24,4 cm. – Mit Braunfleck rechts oben.

Die Kirche befindet sich an der Westseite der Piazza del Plebiscito gegenüber dem Palazzo Reale. Bei seinem Aufenthalt im Juni/Juli 1826 in Neapel konnte Fries die Kirche nur in unfertigem Zustand gesehen haben. Sie wurde 1815-1824 von Pietro Bianchi erbaut und 1836 von Papst Gregor XVI. geweiht. Das Hauptinteresse des Zeichners gilt der Architektur, die er mit großer zeichnerischer Präzision aufgenommen hat.

Verkaufspreis:  7.500,00 €

36

Römische Villa, 1826/1833.

Bleistift, blau, grau und braun aquarelliert, mit schwarzer Feder umrandet, auf chamoisfarbenem Bütten mit Wasserzeichen: Figur (vermutl. Van der Ley, ähnlich Heawood 1364), rechts unten bezeichnet und datiert „Rom d 11tn April 1826.-“, nochmals datiert unserer Meinung nach „15 Feb. 33.“. 30,8:39 cm. – Leicht verblichen.

Provenienz: Privatbesitz München. Bei der Nummer „372“ verso handelt es sich um eine anderweitige Inventar-Nummer. Im Nachlaßverzeichnis ist unter 219 B „Rom, bei Sebastiano“, datiert 11. April 1826, ausgewiesen und mit 3 Florint taxiert, was dem Ort und der Aufbereitung der Zeichnung entspricht. Fries war von Januar bis Mitte April 1826 in Rom und der Campagna tätig und es sind zahlreiche Zeichnungen entstanden. Die Kaiserforen, das Forum Romanum, der Tempel der Minerva Medica, die aurelianische Stadtmauer an der Porta S. Giovanni und der Monte Testaccio ziehen seine Aufmerksamkeit an. Er zeichnet und aquarelliert an der Via appia antica, an der Via Nomentana und an der Acqua acetosa. Im vorliegenden Fall hat Fries eine Bleistiftzeichnung, die am 11. April 1826 entstanden war, im Februar 1833 wieder zur Hand genommen und aquarelliert. Vermutlich plante er, sie zu einem späteren Zeitpunkt als Vorlage für ein Gemälde zu nutzen. Es ist belegt, daß sich Fries gegen das Jahresende 1832 und im Frühjahr 1833 mit Vorbereitungen zu Gemälden beschäftigt hat. „Gegen das Jahresende 1832 und bis zum Frühjahr 1833 scheint er sich mit der Vorbereitung zu Gemälden zu beschäftigen. Skizzen, Studien, Kartons und schließlich Gemälde nehmen einen stattlichen Umfang an“. (Wechssler, S. 49).  Zu den Zeichnungen bis zum Ende des Romaufenthaltes Ende Mai 1827 äußert sich Wechssler (S. 45/46) wie folgt: „Das letzte Jahr in Italien ist gekennzeichnet durch intensives Zeichnen und Aquarellieren beliebter, mehr konventioneller Ansichten italienischer Landschaften und Bauten, von denen sich Fries nach Ausarbeiten zu Gemälden gute Verdienstmöglichkeiten verspricht. Die exakte Wiedergabe der Realität paart sich mit den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Graphits. Dazu kommen noch Einzelstudien von Felsformationen und Bäumen, die für Fries von besonderem Interesse sind ....“. „Fries nimmt auf der Rückreise nach Heidelberg nicht nur eine prall gefüllte Mappe mit Zeichnungen mit, sondern er hat in Italien auch seinen persönlichen Stil gefunden“.

verkauft

37

Lago di Licola bei Cuma, Juli 1826.

Feder in Braun, auf Bütten mit Wasserzeichen: bekrönter Wappenschild mit Adler und den Initialen „GM“, unten von fremder Hand falsch bezeichnet „Perugia Assisi“. 21,1:30,1 cm. – Geringfügig stockfleckig.

Vgl. Wechssler WV 342, Farbtaf. 25. Der Lago di Licola liegt nördlich von Cuma am Golf von Gaeta hinter einem Strand- und Hainstreifen. Die Zeichnung ist während der Reise im Sommer 1826 an den Golf von Neapel, nach Sorrent, Amalfi und Capri entstanden.

Verkaufspreis:  4.800,00 €

38

Monte Gennaro bei Tivoli, Oktober 1826.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen: De Canson Frères. 23,7:44,7 cm. – Mit leichter Knickspur am linken oberen Rand.

Vgl. Wechssler WV 460, Abb. S. 275; Lehmann, vgl. S. 199/200. Ab Mitte Oktober zeichnet Fries unermüdlich in Tivoli und Umgebung (vgl. WV 436-471). Zu diesen 35 Arbeiten nennt das Nachlaßverzeichnis weitere. Das vorliegende Blatt bestätigt die vortreffliche Qualität dieses Schaffensdranges. Anfang November 1826 kehrt Fries nach Rom zurück.

Verkaufspreis:  12.000,00 €

39

Landschaft bei Rom mit dem Monte Soracte, 1826/27.

Aquarell, über Bleistift, auf cremefarbenem Velin mit Fragment des Wasserzeichens: C & I Honig. 34,5:50,8 cm. - Sorgfältig restaurierter, kleiner Einriß im unteren Rand. Farbfrisch.

Vgl. Wechssler WV 323a und 324, Abb. S. 227 und 228; vgl. Lehmann, S. 132, Abb. 112; S. 168, Abb. 132; vgl. g.J. Wolf, Verlorene Werke deutscher romantischer Malerei. München, 3. Aufl., 1931, S. 58; K. Lohmeyer, Heidelberger Maler der Romantik. Heidelberg, 1935, S. 291. Das vorliegende Aquarell steht in direktem Zusammenhang mit einem ausgearbeiteten, in Details geringfügig veränderten Ölgemälde, das in der Ausstellung im Glaspalast in München 1931 verbrannte. Vermutlich ist das Aquarell im Nachlaßverzeichnis unter Nr. 461 erfaßt: „Landschaft in Aquarell“ auf 1826 zugeordnet, mit 44 Gulden die höchste Taxierung unter den Arbeiten auf Papier, und für 81 Gulden von Koopmann ersteigert (Lehmann S. 202). Johann Carl Heinrich Koopmann (1797-1894) hatte nicht nur das Nachlaßverzeichnis erstellt, sondern war auch der finanziell engagierteste Käufer auf der Nachlaßauktion im Dezember 1833 (Lehmann, S. 273). Er ersteigerte 17 Arbeiten von erlesener Qualität. Aus seiner aufgelösten Sammlung sind bislang 9 Arbeiten bekannt geworden. Es spricht alles dafür, das vorliegende Aquarell nun als zehnte Arbeit anzuerkennen. Wechssler schreibt: „Es ist auffällig, daß sich ab 1826 die Aquarelle mehren. Über die Bleistiftzeichnung legt er mit nassen Farben diejenigen Teile an, die für das Kolorit bedeutsam sind. Die Farben sind lebhaft. In der Komposition verzichtet er auf das rahmende Beiwerk und gibt die Landschaft in einem sich kontinuierlich in die Ferne entwickelnden Ausschnitt wieder. Weich modulierende Linien deuten den Vordergrund an, verschiedene Härtegrade der Zeichenstifte und die damit erlangte Licht- und Schattenwirkung bilden den Kern der Darstellung.“ (Wechssler, S. 38). Sie sind weder nur um die Farbgebung ergänzte Naturstudien noch zwecks Verkaufs gemalt. Vielmehr sind sie eigenständige Arbeiten, die die Sepia- und Aquarell- Kunst von Ernst Fries auf das Trefflichste kennzeichnen (vgl. Lehmann S. 114-119). Die Besonderheiten dieser Arbeiten werden dort unter Einbezug der Erkenntnisse von Elisabeth Bott (Ernst Fries. Studien zu seinen Landschaftszeichnungen, Diss. Heidelberg 1976, Leverkusen 1978) beschrieben, um zu begründen, daß sie zumindest bei Ernst Fries eine eigene Kategorie im künstlerischen Gesamtwerk bilden. Ohne diese Ausführungen zu wiederholen, lassen wir die Qualität des Aquarells für sich sprechen. Es handelt sich bei diesem Aquarell ganz ohne Frage um ein Hauptwerk im zeichnerischen Oeuvre von Ernst Fries und um ein Rarissimum der Zeichenkunst aus der Zeit der deutschen Romantik.

verkauft

40

Rom, Ruinen der Praetorianerkaserne des Hadrian, 1827.

Bleistift, auf dünnem Bütten. 30,3:30,7 cm. – Insgesamt etwas stockfleckig, zwei dünne Stellen im Randbereich.

Mit Nachlaßnummer verso „361“ im Konvolut 357 B bis 363 B, „7 Blätter Skizzen“, zusammen mit 1 Gulden und 12 Kreuzern taxiert. Vgl. Wechssler WV 618 verso, Abb. S. 320, WV 653, Abb. S. 334, WV 654, Farbtafel 63 und WV 655, 5, Abb. S. 335. Diese drei hier genannten Gemälde sind im Jahr 1831 während des zweijährigen Aufenthaltes in München entstanden. Zu den Zeichnungen bis zum Ende des Romaufenthaltes Ende Mai 1827 äußert sich Wechssler (S. 45/46) wie folgt: „Das letzte Jahr in Italien ist gekennzeichnet durch intensives Zeichnen und Aquarellieren beliebter, mehr konventioneller Ansichten italienischer Landschaften und Bauten, von denen sich Fries nach Ausarbeiten zu Gemälden gute Verdienstmöglichkeiten verspricht. Die exakte Wiedergabe der Realität paart sich mit den malerischen Ausdrucksmöglichkeiten des Graphits. Dazu kommen noch Einzelstudien von Felsformationen und Bäumen, die für Fries von besonderem Interesse sind ....“. „Fries nimmt auf der Rückreise nach Heidelberg nicht nur eine prall gefüllte Mappe mit Zeichnungen mit, sondern er hat in Italien auch seinen persönlichen Stil gefunden“.

Verkaufspreis:  4.800,00 €

41

Landschaft bei Olevano mit Blick auf Civitella (Bellagra), Februar 1827.

Bleistift, auf cremefarbenem Transparentpapier, mit Bleistiftlinie rechts und unten umrandet, links unten bezeichnet und datiert „Nach Reinhold Rom 16ten Febr. 1827.“ 24,5:33,2 cm. – Verso Reste alter Montierung an den Ecken, rechte untere Ecke wieder angesetzt.

Vgl. Lehmann, S. 202: im Nachlaßverzeichnis Nr. 568 mit der bescheidenen Taxe von 1 Gulden und 20 Kreuzern. Hier sind mit Nr. 567 bis 571 fünf „Durchzeichnungen“ nach Reinhold genannt. Wechssler schreibt zu Fries’ Ansicht über Heinrich Reinhold auf S. 26: „An Reinhold lobt Fries besonders die korrekte und zierliche Wiedergabe anspruchsloser Naturausschnitte, hält ihn jedoch nicht für sehr ursprünglich, für kein großes Talent; denn vieles habe er von Koch angenommen.“ Ganz offensichtlich hat er seine Meinung, wahrscheinlich nach Reinholds Tod 1825, neu überdacht. Fries pauste sich insgesamt 14 Zeichnungen nach Reinhold durch. Sie belegen seine besondere Wertschätzung, die keinem anderen Künstlerkollegen zu Teil wurde. Reinhold selbst verwandte Transparentpapier nicht zum Pausen, sondern wegen der feinen, glatten Oberfläche, vgl. dazu Lehmann, S. 259-263. Zu Heinrich Reinhold (1788-1825) und dem gleichen Motiv vgl. den Ausstellungs-Katalog: Heinrich Reinhold (1788-1825). Italienische Landschaften. Gera, Kunstgalerie, 1988, Nr. 77, Abb. 163. Die Pauszeichnungen von Fries nach Reinhold sind etwas Besonderes; bislang bekannt sind: „Straßenbrücke bei Civita Castellana“ (Galerie Joseph Fach, Frankfurt, Kat. 100, Nr. 28) und „Otranto“ (M. Lehmann, S. 261). Hier ist zu bemerken, daß es sich bei dieser Zeichnung Reinholds um eine Pause nach einer Zeichnung von Joseph Thürmer (1789-1833) handelt. Heinrich Reinhold ist selbst nie in Otranto gewesen.

Verkaufspreis:  7.500,00 €

42

Dreistämmiger Baumwurzel-Austrieb an einem Hang, 1827/33.

Bleistift, auf grauem Velin mit Wasserzeichen: M. Heusler. 42,5:30,8 cm. – Die Ränder ungleich geschnitten, wenige Fleckchen.

Papiere mit dem Wasserzeichen „M. Heusler“ verwandte Fries seit Herbst 1827 bis 1833 (vgl. Wechssler, S. 393, Nr. 33).

 

 

Verkaufspreis:  3.800,00 €

43

Studie einer verknorpelten alten Eiche an einem Seeufer, 1828/29.

Bleistift, auf bräunlichem Velin mit Fragment des Wasserzeichens: JWhatman. 27,5:24,5 cm. – Insgesamt etwas faltig, Löchlein und kleiner Einriß.

Whatman-Papier benutzte Fries von 1824-1833 (Wechssler, S. 389). Auf faszinierende Weise beschränkt sich diese Studie auf einen Baumstamm mit den Verwerfungen (Knorren), die bereits kahles Astwerk zur Folge haben.

verkauft

44

Die „Drei Wassertröge“ im Heidelberger Stadtwald, 1828/29.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin mit Wasserzeichen: JWhatman. 28,8:36,5 cm. – Ränder mit leichten Knickspuren.

Vgl. Wechssler WV 603, Abb. S. 316: diese lavierte Federzeichnung ist nicht datiert, gleichwohl mit 1829 angesetzt. Unsere Zeichnung dürfte jedoch zeitgleich mit der im WV 543 genannten Zeichnung (von 1828, 25,3:36,1 cm) entstanden sein, die ebenfalls ein Motiv aus dem Heidelberger Stadtwald zeigt und ebenfalls mit Bleistift gezeichnet ist. Dafür spricht auch die Sorgfalt im Hell und Dunkel der vorliegenden Arbeit, die dann 1829 mit WV 603 rasch durch Feder und Tusche ersetzt wird. Der nach oben erweiterte Bildausschnitt spricht für eine vor Ort entstandene Naturstudie.

verkauft

45

Bildnis Louise Stockhausen, im Profil nach links, Juni 1832.

Bleistift, auf gelblichem Velin, rechts unten datiert „Juny 1832“, Wiederholung des Profils am linken Rand. 16,2:13,7 cm.

Vgl. Wechssler WV  583 und 584, jeweils auf 1828/1829 datiert. Bei der Dargestellten handelt es sich um die Frau des Künstlers Louise Stockhausen, Tochter des Pfarrers Christian Gottlieb und der Friederike Christina Stockhausen. Das Paar hatte am 10. September 1829 in Neckargemünd geheiratet. Der Familienüberlieferung nach lernte Fries seine Braut auf dem jährlich stattfindenden Rosenfest bei dem Apollotempel im Schwetzinger Schloßgarten kennen (Wechssler, S. 47).

verkauft

46

Blick von Schlierbach auf den Neckar und Stift Neuburg, 1833.

Bleistift, auf chamoisfarbenem Velin. 31,5:47,6 cm. - Mit kleiner dünner Papierstelle im Bereich des Berghanges.

Mit Nachlaßnummer verso „579“, Lehmann, S. 203. Auf der Nachlaßauktion wurde die Zeichnung - wie taxiert - für 1 Florin verkauft. Vgl. Wechssler WV 575-580, Farbtafel 48 und Abb. SS. 310-312 (1828) einerseits und Wechssler WV 686, 689, 690, Farbtafel 68, Abb. S. 346 und 348 (1833) andererseits. In der Regel geht der Blick flußaufwärts über den Neckar auf Stift Neuburg links im Bild. Die vorliegende Zeichnung hingegen wählt den Standort mit Schlierbach links im Vordergrund und Stift Neuburg auf der anderen Flußseite. Die Arbeiten von 1829 im kleinen Format 15:20 cm waren für die Druckgraphik vorgesehen. Bereits im Winter 1829/30 ist von Fries eine Folge von „Sechs lithographierte Ansichten von Stift Neuburg bei Heidelberg“, in Heidelberg im Verlag L. Meder erschienen (Wechssler WV 775-780). Erst die Arbeiten von 1833 weisen das größere Format aus, weshalb wir die vorliegende Zeichnung auf 1833 datiert haben.

Verkaufspreis:  16.500,00 €

47

Bammental mit Blick zur Evangelischen Kirche, 1833.

Bleistift, auf Velin. 30,7:43 cm. – Kleinere Randschäden oben und Löchlein sorgfältig restauriert, geglättete Knickfalte links oben.

Mit der Nummer verso „No 127“ gehörte die Zeichnung zu einem Konvolut im Nachlaßverzeichnis Teil B mit Nr. 122-142, 21 Blatt à 1 Florint und 12 Kreuzer taxiert (Lehmann, S. 246). Wechssler WV 693 „Das Elsenztal mit der alten Bammentaler Kirche“ (1833, unfertiges Aquarell mit Farbtafel 69, 29,1:41,3 cm) ist im Nachlaßverzeichnis unter Nr. 244 B mit nur 1 Gulden taxiert. Das unfertige Aquarell wurde damals vergleichsweise gering taxiert gegenüber einer unfertigen Naturstudie und deutlich niedriger als Aquarelle. Der Aufenthalt in und um Bammental ist bei Wechssler mit 4 Zeichnungen dokumentiert (vgl. Wechssler WV 691-694). Im Juli bis September 1833 hielt sich Fries in Heidelberg und Neckargemünd auf. Bammental liegt von beiden Orten nicht weit entfernt.

Verkaufspreis:  9.800,00 €

48

Pons Augustus, Narni, 1833.

Öl auf Leinwand, doubliert. 57,7:84 cm. – Mit Überarbeitungen an den Rändern.

Provenienz: Süddeutscher Privatbesitz. Der Pons Augustus war der Übergang der Via Flaminia über die Nera und ist in Augusteischer Zeit (30 v. Chr. – 14 n. Chr.) gebaut worden. Diese italienische Landschaft mit dem großen Repoussoir-Baum rechts geht auf Zeichnungen zurück, die Fries im Frühling 1826 angefertigt hat (vgl. WV Wechssler 294, Abb. S. 217 und 295, Farbtaf. 20). Zu Nr. 295 schreibt Wechssler: „Der Vermerk auf der Rückseite des Blattes Nr. 290 „Alte Mühle an der Nera bei Narni“ gibt den Hinweis, dass Fries sich mit den beiden Blättern zur Vorbereitung zu geplanten Gemälden kurz vor seinem Tode beschäftigt hat Das Nachlaßverzeichnis führt allein 8 Papierarbeiten mit Motiven bei Narni auf (vgl. Lehmann, S. 195). Bei Wechssler sind im WV mit 706, 706a (ebenfalls unsigniert), 716 und 717 vier Gemälde genannt, die sämtlich 1833 entstanden sind, von weiteren ist der Verbleib unbekannt und es fehlen auch nähere Angaben dazu. Das vorliegende Gemälde wurde im Dezember 2001 Frau Dr. Wechssler vom Vorbesitzer in einem persönlichen Gespräch vorgestellt. Beim Betrachten des Original-Gemäldes bestätigte Frau Dr. Wechssler mündlich, daß dies eine authentische Arbeit von Ernst Fries sei.

Verkaufspreis:  28.000,00 €

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